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Top Tier (4 to 5 stars)

Erebos [Erebos #1], by Ursula Poznanski

4.5 out of 5 stars. Cunning thriller disguised as a YA novel. [German review with English synopsis]

4.5 stars

This is a German review of the German version of this book. All english readers will find a short synopsis in English at the bottom of the page. Thank you for your understanding!

Ja, Jugendliteratur. Nicht unbedingt mein liebstes Genre, aber es scheint mein Schicksal zu sein dieses Genre zu lesen. Und wenn schon Jugendliteratur, dann bitte auf dem Niveau von Erebos!

Ich könnte jetzt sagen, dass ich euch leider nichts über Erebos sagen darf – aber das verstehen dann nur die Eingeweihten. Also in Kurzfassung: Erebos ist eine Art Computerspiel, und der Erschaffer hat zu viel Fight Club gesehen, denn die erste Regel von Erebos lautet, dass man nicht über Erebos sprechen darf. Außerdem greift das Spiel ins echte Leben über, denn es gilt Aufgaben in der realen Welt zu lösen.

Spontan erinnert mich das an einen Trailer, den ich mal gesehen habe, über ein Social Media Spiel welches aus den Fugen gerät. Nerve basiert allerdings auf einem Roman aus 2012, während Erebos schon 2010 geschrieben wurde. Die Idee, wie sie hier präsentiert wird, ist daher schon etwas neues. Also tauchen wir gemeinsam mit unserem Helden Nick ein in diese geheimnisvolle Welt.

Dunkelelfen sind offensichtlich das must-have Volk aller aktuellen Fantasy-Settings.

Und zunächst ist es der Blick aus der realen Welt, der mit dem Spiel verschwimmt. Die Autorin tut das sehr geschickt – sie verlagert den Blickwinkel allmählich von Nick auf sein digitales Alter Ego, den Dunkelelf Sarius, und der Übergang wird im Text deutlich durch einen Zeitenwechsel hervorgehoben: Wenn der Spielcharakter dominiert, findet die Erzählung in der Gegenwart statt. Mir gefällt dieser Kniff.

Allerdings mischt sich noch ein Ich-Erzähler (als dritte Form des Narrativs) ein, und was dort erzählt wird, deutet schon stark an, in welche Richtung der Verlauf der Geschichte gehen wird.

Über die Story an sich will ich gar nicht reden, keine Spoiler. Stattdessen würde ich gerne über Symbolik sprechen:

Die Spieler innerhalb des Spieles sind anonym, obwohl sie alle wissen, dass sie sich außerhalb wohl auch kennen. Das Spiel dagegen scheint alles über die Spieler zu wissen, es dominiert ihren Alltag, es beeinflusst Beziehungen im echten Leben. Für mich ist das Spiel daher eine Analogie auf Social Media – inklusive der vermeintlichen Anonymität und dem Suchtpotential. Auch die zerstörerischen Tendenzen sind möglich.

Erebos weiß alles. Oder zumindest mehr als du dir vorstellen kannst.

Ganz am Ende taucht das nicht im Text auf, am Ende ist es ein Thriller, ein Krimi, es gibt eine Auflösung (und ein altbekanntes Motiv). Das ist alles sehr gut gemacht, und was gesagt wird klingt einigermaßen schlüssig. Mir fehlt noch ein bisschen was an Erklärung – zum Beispiel glaube ich nicht dass es mit zwei DVDs alleine begonnen hat, es musste irgendwo einen zentralen Server geben. Und der Showdown hat leider die Hauptfiguren Großteils zu Statisten verdammt, was für mich einen leichten Touch Deus Ex hatte, aber der Spannungsbogen bis dahin war meisterlich gebaut.

Das Rätsel hinter Erebos zu entwirren kann zu Knoten im Hirn führen.

Erebos lässt seine Leser ebenso wenig los wie seine Spieler. Spannend bis zum Schluss!


English synopsis: Erebos is a cunning thriller wearing the face of a young adult novel. It explores the thin line between fiction and reality, and how willing some people are to go in the real world to achieve success in the virtual world. Ultimately, it’s a mystery with one of the oldest motives in the books, but a fresh take on the criminal – and the tools said criminal is using. Like the game has sway over it’s players, the novel holds a firm grip on it’s readers. A page turner. 4.5 stars, rounded up.

By Stefan

father of two, not enough time to read everything I want to read

2 replies on “Erebos [Erebos #1], by Ursula Poznanski”

Well done, Stefan!!! The graphics gave me an idea of what was happening in the novel, and your synopsis was tantalizingly brief! Sounds like a book all the fantasy and Sci Fi readers will be reaching for! Loved your decision to write this review in German: truly what Across the Pond’s premise is about: reviews from both sides of the Atlantic. Rock on, Stefan!

Liked by 1 person

Luckily enough, there is an english edition available (and several other languages). As far as I can tell, the successor is still only available as a German edition.

I’ve done this review for my Twitter book club, we’ll be alternating between English and German books. Nick Hornby is going to be the next.

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